Diskretion in der Personalberatung…ein Luxus?

Ethische und handwerkliche Mindeststandards im Headhunting kein Thema mehr ?
Jeder Berufsstand sollte gewisse ethische Standards einhalten. Dies trifft speziell auf die Beratungsbranche zu, die ihren Kunden und Gesprächspartnern gegenüber eine besondere Vertrauensstellung genießt. Und ganz besonders ist in diesem Zusammenhang die Executive Search / Personalberatungsbranche angesprochen, vertrauen sich doch Menschen mit beruflichen Veränderungswünschen dem Berater im Vertrauen darauf an, dass ihre Pläne auch besonders diskret behandelt werden. Schließlich will niemand, der mit einem Headhunter mögliche Optionen bespricht, am nächsten Tag am Gang von Kollegen über die Ergebnisse seiner -vertraulichen Gespräche- befragt werden: “ Herr Kollege, ich höre, dass Sie uns verlassen wollen? Wer wird denn Ihr nächster Dienstgeber?“
Ist doch selbstverständlich, möchte man meinen: hier ist strenge, Beichtvater-ähnliche Diskretion am Platze. Aber: Bedauerlicherweise ist es allzu oft so, dass diese Mindeststandards nicht eingehalten werden.
Erstaunliche Praktiken
Immer wieder hört man von kleinen wie großen und internationalen Executive Search-Unternehmen Erstaunliches: da werden Lebensläufe eingefordert und landen dann auf verschiedensten Schreibtischen möglicher Unternehmen – ohne dass der Betreffende etwas davon weiß! Groß ist das dann das Erstaunen, wenn ein Bewerber (in der Branche auch gerne „Kandidat“ genannt) erfährt, dass sein Name und Lebenslauf bei einem potenziellen zukünftigen Dienstgeber schon bekannt ist…umso mehr, wenn dann hinzugefügt wird: schon bekannt, und zwar schon von mehreren Seiten erhalten! Und weil der Empfänger des CV vielleicht auch noch mit dem gegenwärtigen Dienstgeber des Bewerbers gut bekannt ist, fragt er dort gleich mal nach…
Daher sollte die Seriosität eines Personalberaters vorab getestet werden, denn wenn im Bereich gehobener Positionen ein Name mal als Wanderpokal bekannt und somit „verbrannt“ ist, lässt sich das kaum  wiedergutmachen.
Achten Sie also darauf, wie der Headhunter Ihres Vertrauens mit Ihrem CV und Ihrem Namen umzugehen gedenkt; ob er von sich aus genau erklärt,  mit wem er sprechen wird und ob er sich vorher Ihre Genehmigung dazu einholt. Nur so können sie sicherstellen, dass Sie nicht bei Ihrer Suche nach neuen Herausforderungen als „alter Hut“ enden.
Apropos Headhunter Ihres Vertrauens: es ist ohnehin keine gute Idee, bei der Suche nach einem neuen Job bei jedem möglichen Personalberater vorstellig zu werden. Erkundigen Sie sich vorher, wer sich gezielt mit Ihrer Branche und Ihrem Qualifikationsprofil auskennt. So stellen Sie sicher, dass Sie dann bei den richtigen Unternehmen landen.



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